Ein Brief an Victoria Beckham

Von Katrin Roth, 10. August 2011

Liebe Victoria Beckham

Wollen wir uns duzen? So von Frau zu Frau? Du bist Vicky, ich bin Katrin, ok? Auf diese Weise fällt es mir grad ein wenig leichter, Dir jene Frage zu stellen, die vielen, vielen Frauen schon lange unter den Nägeln brennt: Liebes, was fehlt Dir eigentlich? Warum ziehst Du mittlerweile seit Jahrzehnten immer die gleiche Schnute? Hat Dir noch nie jemand gesagt, dass Du damit aussiehst wie eine junge Version von Fräulein Rottenmeier – die sauertöpfische Spassbremse aus dem Kinderbuchklassiker Heidi?

 

 

Ich verstehe das einfach nicht. Im Grunde genommen müsstest doch gerade Du strahlen vor Glück! Genau vor einem Monat kam Dein viertes Kind zur Welt, Baby Harper, von dem Du selbst sagst, sie sei „das schönste kleine Mädchen, das ich jemals gesehen habe“. Auch die übrigen Familienmitglieder können sich sehen lassen: Deine Söhne Brooklyn, Cruz und Romeo tragen zwar dämliche Namen, aber erstens gehört das in Euren Kreisen zum guten Ton und zweitens lassen sich die Jungs offenbar nicht davon beeindrucken, wenn man den vielen Bildern in der Hochglanzpresse glauben darf, auf denen sie meist gut gelaunt Faxen machen. Und dann wäre da noch David, Dein Mann: Ein erfolgreicher Tschütteler, der Dich allem Anschein nach vergöttert, ungeachtet der gefühlten tausend Seitensprünge, die ihm regelmässig angehängt werden. Gut, seine Tattoos sind Geschmackssache und vielleicht schafft er das Kreuzworträtsel der New York Times nur mit externer Unterstützung, aber hey, niemand ist perfekt, oder?

Im Deinem Fall kommen zum familären Glück noch weitere Faktoren dazu, die Dir wenigstens den Anflug eines Lächelns auf das Gesicht zaubern sollten: Deine über 100 Taschen (sic!) umfassende Birkin-Bag-Sammlung zum Beispiel. Oder Deine Karriere als Modedesignerin, bei der Du im Gegensatz zu Deiner vorangehenden Laufbahn als Sängerin die Fachwelt mit Talent verblüffst. Warum also, liebe Vicky, versprühst Du in der Öffentlich stets den Charme einer Häckselmaschine?

Meine These: Ich glaube, Du hast schlicht und einfach Hunger. Jetzt vermutlich mehr denn je, Du willst nach der Schwangerschaft sicher so schnell wie möglich zur alten Form zurück finden. Was in Deinem Fall heisst, dass Du in Jeans steigen möchtest, die Deinem Ältesten vermutlich schon zu eng sind. Und das alles im Namen der Schönheit!

Böse Zungen zerreissen sich ab Deinem Magerwahn gerne mal die Läster-Mäuler. Ich aber sage: Vicky, mach keinen Scheiss! Wieso, fragst Du? Ganz einfach: Weil Du mit Deiner Dauerdiät am Ziel vorbeischiessen könntest: Bei Unterernährung drohen nämlich Falten, schlaffe Haut und sogar Haarausfall. Gar nicht schön, glaub mir. Da nutzen selbst die besten Cremes nichts und auch der Beauty-Doc stösst in solchen Fällen an seine Grenzen.

Das Fazit: Die Aufnahme von Nahrungsmitteln ist nicht pfui, sondern wichtig, wenn man gut aussehen will. Also hau doch bitte mal wieder richtig rein, Mädel! Du bist geschockt? Es kommt– entschuldige bitte, aber dieses Wortspiel KANN ich mir einfach nicht verkneifen – noch dicker: Ich empfehle Dir nicht einfach grundsätzlich, mehr zu essen. Nein, ich lege Dir explizit den Verzehr von Schoggi ans Herz! Nein Süsse, Du musst jetzt nicht hysterisch herumkreischen und mir vorrechnen, wie viel Fett in der braunen Köstlichkeit steckt. Diese Zahl kenne ich selbst auswendig, was meinst Du denn? Als ob Du die einzige wärst, die sich Gedanken macht über ihre Figur. Aber zurück zur Schoggi. Ja, sprich es erst einmal einfach nur laut aus, lass Dir das Wort so richtig auf der Zunge zergehen: SCHOGGI. Nochmals: SCHOGGI. Siehst Du, ging doch!

Also: Schoggi ist nicht Dein Feind! Klar, zuviel davon macht dick. Aber ein Stängeli hier und da? Come on, das verbrennst Du doch schon alleine beim Durchschreiten Deines begehbaren Kleiderschrankes! In Massen genossen hängt Schoggi also nicht an, sondern macht glücklich. Das alleine ist schon ein guter Grund, sich ab und zu einen Riegel zu gönnen, finde ich. Schliesslich sagte schon die von Dir hoch verehrte Audrey Hebpurn: „Happy girls are the prettiest“ (glückliche Mädchen sind die Hübschesten).

Du schüttelst den Kopf? Nun gut, dann lege ich noch einen drauf: Schoggi macht nicht nur glücklich, sondern auch schön. Das sage nicht ich, sondern Menschen, die etwas davon verstehen: Ernährungswissenschaftler. Wie sie darauf kommen? Weil die in der Kakaobohne enthaltenen Polyphenole als Radikalfänger wirken, die den Alterungsprozess verzögern und das Immunsystem stärken. Ein gutes Argument, oder?

Damit Du Deine Zeit nicht mit unnötigen Schoggi-Experimenten vergeudest, verrate ich Dir zum Schluss meinen ganz persönlichen Favoriten: Der Kakao-Brotaufstrich von Beschle mit Gianduia-Mousse und kleinen Schoggi-Stückchen (per Internet bei  www.beschlechocolatier.com für 16.20 Franken) ist der absolute Knüller; sei es auf dem Sonntagszopf, pur oder – sozusagen die Königsdiziplin – als Glasur auf einem Schoggikuchen. Womit wir wieder bei der schönen Audrey wären, die übrigens definitiv nicht als Fettwanst in die Geschichte einging: „Let’s face it, a nice creamy chocolate cake does a lot for a lot of people, it does for me“ (zu deutsch so viel wie „mal ganz ehrlich, ein sahnig-feuchter Schoggi-Kuchen ist genau das, was viele Leute brauchen; es ist das, was ich brauche“).

In diesem Sinne, liebe Vicky, wünsche ich Dir von Herzen en Guete – auf dass Du uns ganz gli mit einem bezaubernden Lächeln erstaunst und begeisterst!

Deine Katrin

 

 

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