Mal eine Ausnahme machen

Von Katrin Roth, 2. September 2011

Der richtige Zeitpunkt, um aufzuhören? Der Volksmund sagt: Dann, wenn es am schönsten ist. Eine Faustregel, die einfacher tönt, als sie ist, finde ich.

Wer nämlich beispielsweise eine Party zu früh verlässt, hat in den folgenden Wochen latent das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Eine lahme Ente zu sein. Das ist nicht witzig. Aber es kommt vor.

Tröstlich in solchen Momenten ist einzig die Gewissheit, dass das allzu lange Ausharren auf einer Party in der Regel ebenfalls nicht von einem Happy End gekrönt wird.

Ist der Zenit erst einmal überschritten, heisst es, folgen die Unannehmlichkeiten meist Schlag auf Schlag: Ein Blick auf den SMS-Ausgang mit Mitteilungen fragwürdigen Inhalts und Grammatik („wo birt du?“ „das ist deinem Frau!“), die nagende Frage, was eigentlich nach dem zehnten Bier passierte sowie ein tüchtiger Brummschädel und am nächsten Tag sollen die noch am wenigsten gravierenden Folgen einer rauschenden Partynacht sein – habe ich gehört.

 

Die Frage nach dem richtigen Timing stellt sich aber nicht nur im Nachtleben, sondern auch bei der Anwendung von Beauty-Produkten, wie ich bei der Anwendung des Wimpernserums M2 Beauté feststellen musste. Dank Inhaltsstoffen aus der Augenmedizin sollen damit die Wimpern um bis zu 50 Prozent länger und dichter werden. Im Gegensatz zum amerikanischen Pendant-Produkt „Latisse“, von dessen Gebrauch ich aufgrund der langen Liste von möglichen Nebenwirkungen (unter anderem eine dauerhaft verbfärbte Augen-Iris. Yack!) bisher abgesehen habe, ist M2 Beauté gemäss Beipackzettel absolut ungefährlich. Spannend – und einen Versuch wert, dachte ich mir, und bestellte das Produkt per Internet bei www.m2beaute.com.

In den folgenden zehn Wochen träufelte ich jeden Abend das Wundermittel auf den oberen Augenrand – vorerst erfolglos. Und dann, in der elften Woche, gerade als ich fluchend aufgeben wollte, passierte es: Sozusagen über Nacht bekam ich einen Augenaufschlag, der Jennifer Lopez mit ihren Fake-Lashes alt aussehen lässt. Ok, das ist vielleicht etwas übertrieben. Aber die Begeisterung ist gerechtfertig, denn wo früher durchschnittlich lange Wimpern in Munkelibraun waren, säumen nun lange und dichte Härchen meine Augen. Ich bin beeindruckt! Da haben die Hersteller mit ihrem Werbeversprechen, das kann ich mit bestem Gewissen bestätigen, nicht übertrieben. Das rechtfertigt sogar den ziemlich stolzen Preis von 120 Euros (der Zoll noch nicht eingerechnet). Aber: Warum neigt sich genau jetzt, wo ich mich so wunderbar an meine schönen Wimpern gewöhnt habe, der Inhalt des Serums langsam dem Ende zu? Weil man aufhören sollte, wenn es am schönsten ist? Für einmal, finde ich, könnte man hier eine Ausnahme von der Regel machen.

 

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