Q & A mit Sharon Stone an der Präsentation der Kampagne Proof in real life: «Früher fand mich niemand sexy»

Von Katrin Roth, 4. Juni 2015

Sharon-Stone-Prooflir

 

Really?

 

Statt ganz locker nach einem gemeinsamen Bild für den Blog zu fragen, stand ich am vergangenen Donnerstag wie ein hypnotisiertes Eichhörnchen vor Sharon Stone. Und als ich endlich wieder meine Sprache gefunden habe, erzählte ich ihr so lange stammelnd irgendwelche Räubergeschichten über mein Mitbringsel aus der Schweiz («nein, das ist keine Schokolade sondern Basler Läckerli, die sind nicht so süss und ich dachte, das mögen Sie lieber, weil doch in Los Angeles niemand mehr Zucker isst»), weil mir nichts besseres einfiel.

Abgesehen davon aber war der Glamour-Termin in Berlin ein wunderbares Erlebnis, von dem es dank des beherzten Einsatzes der reizenden Muriel (merci Dir!) trotzdem noch ein Erinnerungsbild von Sharon Stone und mir gibt, auf dem ich trotz Retusche mit hunderten von Filtern genau so aussehe wie ich mich fühlte im Moment der Aufnahme: Voll hysterisch und gleichzeitig total verliebt in die neue Botschafterin von Galderma, mit der ich nach der Präsentation der aktuellen Kampagne Proof in real life* ein wahnsinnig tolles Gespräch über Schönheit, Unterspritzung mit Fillern, Familie und Powersongs führen konnte, wie Du gleich sehen wirst.

*alle Informationen zu diesem spannenden Projekt, bei dem anhand von zehn Zwillingspaare gezeigt wurden, wie natürlich die Ergebnisse von ästhetischen Eingriffen mit Fillern aussehen können, findest Du unter www.proofIRL.com.

 

 

Sharon-Stone-photowall

Sharon-Stone-on-Stage

 

Sharon Stone, als neue Botschafterin der neuen Kampagne Proof in real life von Galderma und machen damit Werbung für Hyaluron-Filler, um das Vertrauen in ästhetische Eingriffe im Gesicht zu steigern. Ist das denn nötig?

 Ich denke, es gibt immer noch viele Vorurteile, weil wir aus den Medien viele schlechte Beispiele kennen. Dabei kann man heute mit der richtigen Methode ganz wunderbare Resultate erzielen kann, ohne dabei die Persönlichkeit zu verändern, wie ich aus eigener – guter! – Erfahrung weiss.

Helfen alle Stars in Hollywood so wie Sie der Natur mit Beauty-Eingriffen auf die Sprünge?

Sagen wir es so: In der Unterhaltungsindustrie sind kosmetische Behandlungen aller Art sehr beliebt.

Wie wichtig ist Schönheit in ihrem Beruf als Schauspielerin?

Kleine Gegenfrage: Sagt Ihnen Amy Schumer etwas?

Nein, sollte es?

You bet! Amy ist Komödiantin und geht bei ihren Auftritten sehr oft auf diese Frage ein. Ich lache mich jedes Mal schlapp, wenn ich einen ihrer Videos auf Youtube sehe, auch wenn es im Grunde um ein ernstes Thema handelt.

Inwiefern?

Sehen Sie, nicht nur in Hollywood, sondern in jeder Branche spielt gutes Aussehen eine wichtige Rolle, alles andere wäre schlicht gelogen. Aber wissen Sie was? Ich finde das absolut okay, weil es eine ganz natürliche Sache ist.

Wie meinen Sie das?

Je nachdem, ob wir mögen, was wir sehen, riechen, fühlen und schmecken, gefällt und ein Mensch – oder eben nicht. Daran kann und sollte man nichts ändern wollen, finde ich, zumal jeder etwas anderes unter Schönheit versteht.

Ist das wirklich so?

Eigentlich ja, aber ich weiss, was Sie meinen: Das heutige Ideal ist absolut makellos und darum total unrealistisch. Es macht mich rasend, wenn die Frauen – und Männer übrigens auch – denken, sie müssten perfekt sein, das ist, sorry, absoluter Bullshit! Echte Schönheit definiert sich über kleine Makel, Perfektion ist extrem langweilig.

Sie selbst gelten als Sexsymbol und werden sicher immer noch heftig umschwärmt.

Ach Darling, das war jetzt echt süss, danke! Wissen Sie, wie alt ich bin? (Lacht herzhaft). Aber, um auf Ihre Frage zurück zu kommen: Nein, es gibt längst nicht so viele Verehrer, wie Sie offenbar vermuten, das könnten gerne noch mehr sein.

Woran liegt das?

Keine Ahnung. Ich denke, viele Männer haben Angst vor mir, weil sie mich mit meiner Rolle in Basic Instinct verwechseln, was ziemlich ironisch ist.

Wieso?

Zu Beginn meiner Karriere galt ich in Hollywood als schwer vermittelbar, weil mich niemand sexy fand. Ich trug immer diese weiten Raschelkleider, hatte eine dicke Brille, schleppte ständig irgendwelche Bücher mit mir herum und war alles andere als eine Femme Fatale.

Heute wären Sie mit diesem Nerd-Look voll im Trend…

… mag sein, aber damals sah das niemand so, das müssen Sie mir glauben. Mich persönlich störte das nicht gross, natürlich abgesehen vom finanziellen Aspekt, denn irgendwie wollte ich ja mit der Schauspielerei für meinen Lebensunterhalt aufkommen können.

Ist das der Grund, dass Sie sich für den Playboy auszogen?

Unter anderem, ja. Das Shooting kam auf Initiative einer Freundin zustande, die sagte, Hugh Hefner sei an Bildern von mir interessiert. Mir kam das extrem surreal vor, aber dann dachte ich, «hey, wenn die alle finden, Du bist sexy, dann sei es einfach». Offenbar war das die richtige Einstellung, denn wenig später wurde ich für die Hauptrolle in Basic Instinct besetzt und seither gelte ich als Sexsymbol. Verrückt, oder? Tief im Herzen bin ich nämlich immer noch die gleiche Sharon, die sich früher am liebsten in weisse Röcke hüllte (kichert).

Das ist jetzt doch eher tief gestapelt, Sie sind in bemerkenswerter Form.

Ich muss Sie enttäuschen, das scheint nur so. Mein Glück ist es, dass ich von Natur aus dünn bin. Ausserdem trainiere ich sehr gerne im Fitness-Studio, es macht mir Spass, auf dem Laufband oder so zu schwitzen. Aber mein Hintern zum Beispiel könnte viel knackiger sein, der ist alles andere als straff (steht auf, dreht sich um und fasst sich an ihre Kehrseite). Sehen Sie, was ich meine? Es gab einige Diskussionen heute um das Kleid, das ich jetzt trage, weil es so eng anliegt und meine Problemzonen betont.

Ein Luxusproblem, oder?

Stimmt, da habe ich schon ganz anderes erlebt.

Ihren Schlaganfall im Jahre 2001 etwa?

Richtig, das war schlimm. Ein Teil meines Gesichtes hing plötzlich herunter, ich war körperlich und psychisch total geschwächt, man kann sich das kaum vorstellen. Zu jener Zeit kam ich übrigens zum ersten Mal in Kontakt mit den Spezialisten von Galderma, die mir beim Aufbau meines Gesichtes halfen.

Dann hatten Ihre Behandlungen also medizinische und nicht ästhetische Gründe?

Ja. Und nein. Ich wollte einfach wieder so aussehen wie vorher und war unendlich dankbar, dass die moderne Technik mir eine solche Veränderung ermöglichte ohne Operation. Mein Selbstwertgefühl war an einem Tiefpunkt und das wirkte sich auch auf den Körper aus, insofern gibt es natürlich einen engen Zusammenhang.

Wann fühlen Sie selbst sich am schönsten?

Daheim, wenn ich mit meinen drei Söhnen zusammen bin. Mit neun, zehn und 15 Jahren sind sie schon fast junge Männer, ich merke das, wie sie mir plötzlich die Tüten tragen beim Einkaufen oder kleine Nachrichten hinterlassen im Auto. Genau solche Kleinigkeiten, geben mir das Gefühl, ein spezieller und damit auch ein schöner Mensch zu sein. (seufzt). Das klingt schrecklich kitschig, nicht wahr?

Sie sind einfach eine Mutter, über stolz ist auf ihre Kinder…

… da haben Sie vermutlich recht. Wussten Sie übrigens, dass meine Söhne diesen Sommer in der Schweiz verbringen werden? Das wird bestimmt ganz toll, am liebsten würde sie begleiten, bei Euch ist es so schön!

Das stimmt. Dafür haben Sie mehr Zeit für sich, wenn die Kinder weg sind und das ist auch nicht schlecht, oder?

Absolut! Wie jede alleinerziehende Mutter fühle ich mich zum Teil wahnsinnig erschöpft, weil es so unglaublich anstrengend ist, den Beruf und die Familie unter einen Hut zu bringen.

Was machen Sie in solchen Momenten?

Achtung, es wird nochmals kitschig! Wenn ich eine kleine Krise habe, höre ich mir nämlich immer den Song «Superwoman» von Alicia Keys in voller Lautstärke an. Allein der Gedanke, dass in diesem Augenblicken eine Million anderer Frauen genau so fühlt wie ich, gibt mir unvorstellbar Kraft. Einfach, weil ich weiss, dass ich nicht die einzige bin. Es ist unglaublich, wie mich dieser Song jedes Mal berührt. (Sharon Stone seufzt, sie ringt um Fassung und die Tränen steigen ihr in die Augen). Sorry, das war nicht geplant. Wollen wir über etwas anderes reden?

Natürlich. Haben Sie einen Beauty-Tipp, wie man eine persönliche Krise optisch kaschiert?

Ja, es ist eine Art Schock-Therapie, aber es funktioniert: Füllen Sie eine Schüssel mit Eiswürfeln und tauchen Sie mit dem Gesicht hinein. Danach fühlen Sie sich extrem frisch – und sehen auch so aus.

Gibt es weitere Schönheitsgeheimnisse, die Sie den Lesern von The Beauty Experience verraten möchten?

Von meiner Mutter habe ich gelernt, wie wichtig eine gute Gesichtspflege ist. Abschminken, Reinigen, Befeuchten – ich mache das seit meiner Zeit als Teenager und inzwischen weiss ich, dass sie recht hatte.

Welche Erkenntnisse haben Sie sonst noch gewonnen über die Jahre?

Ich habe gelernt, dass oft durch solche Erlebnisse etwas besonders Gutes entsteht.

Bitte wie?

Je älter ich werde, umso mehr wird mir klar, dass ich weitaus stärker bin als ich dachte. Und ich habe realisiert, dass meine vermeintlichen Schwächen im Grunde meine Stärken sind. Das ist ein echt gutes Gefühl!

 

Sharon-Stone-smiling

 

 

Verstehst Du jetzt, warum ich so begeistert bin von Sharon Stone?

GIRLSCRUSH!!!

 

 

 

Sharon-Stone-and-Katrin

Die Beauty-Profis

Welcher Lippenstift passt zu mir? Wie trägt man Parfüm richtig auf? Und was hilft gegen spröde Haare? Die Beauty-Welt ist voller glitzernder Tuben und Töpfchen – aber eben auch voller Rätsel. Keine Sorge, wir sind für Sie da. Sie stellen die Fragen, unsere Beauty-Experten aus der Redaktion antworten. Just ask!

Stellen Sie Ihre Fragen

Kommentare