Beauty ad absurdum: Tauchgang für die Schönheit

Von Natalie Hemengül, 20. Februar 2017

Könnt ihr euch vorstellen, euer frisch geschminktes Gesicht in eine Schüssel kaltes Wasser zu drücken und das, kurz bevor ihr das Haus verlässt? Ich auch nicht. Korrektur: Ich konnte mir das bis vor Kurzem nicht vorstellen. Denn heute habe ich es versucht. Keine Sorge, hinter der Aktion steckt natürlich ein (mutmasslicher) Sinn. Ihr seid gespannt oder? Also gut: Ich habe diesen koreanischen Trick auf Instagram entdeckt und gerechtfertigt wird diese merkwürdige Aktion folgendermassen: Taucht man sein Gesicht mitsamt, Foundation, Concealer und Puder 30 Sekunden lang in eiskaltes Wasser, so soll das Make-up später länger halten, matt bleiben und sich nicht in den Fältchen absetzen. Anscheinend weil sich das Make-up so mit der Haut besser verbindet. Manche behaupten sogar, dass man die Schminke beim Sport auch nicht mehr “abschwitzen” kann.

Der ganze Wahnsinn hat übrigens einen Namen: die Jamsu-Methode.
Nach dem Tauchgang kann man sich ganz normal weiter schminken: Lidschatten, Mascara, Blush, Highlighter etc.

Mein Selbstversuch:
Ok, gleich zu Beginn muss ich einfach fragen: Wusstet ihr, dass 30 Sekunden verdammt lange sein können? Ich musste meine Taucherfahrung vier mal unterbrechen, da mir mein alter Kumpel Platzangst auf die Schulter getippt hat. Und das mit dem Luftanhalten habe ich leider auch gar nicht im Griff. Nachdem ich mein etwas panikverzerrtes Gesicht wieder aus dem Wasser gezogen hatte, machte ich mich ans Abtupfen mit Küchenpapier. Das ging ganz leicht. Beim anschliessenden Blick in den Spiegel dann folgende Reaktion: Sieht mein Gesicht wirklich so 2-dimensional aus? Denn es war matter als matt und jeglich Dimension weg. Klar, die wird ja später wieder durch das Contouring wieder reingezaubert. Aber trotzdem. Ich sah noch nie in meinem Leben so matt aus. Ich bin ein Glow-Kind. Kein Wunder gefiel mir das Ergebnis nicht. Für Leute mit trockener Haut ist das deshalb wohl eher nix, da die Haut am Schluss sogar verkrustet aussehen kann.

Ich muss aber zugeben: Nach dem Schüsseltunker hat man das Gefühl, kein Make-up zu tragen, weil sich das Gesicht wie frisch gewaschen anfühlt. Und Leute, mein Make-up hielt tatsächlich länger, da es nicht auf meinem Gesicht rumwandern konnte. Es war komplett fixiert.

Fazit
Die Methode funktioniert – keine Frage. Das Ganze ist mir aber a) zu aufwendig und b) zu matt. Und deshalb habe ich das heute zum ersten und auch zum letzten Mal ausprobiert.

 

Vorschaubild: iStock (Choreograph)

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