„Ich habe mir die besten Produkte als Vorbild genommen – und es noch besser gemacht!“

Von Katrin Roth, 4. November 2013

 

 

Darling, heute treffen wir François Nars (56): Make-up-Guru, Inselbesitzer (sic!), Kunstsammler, Fotograf, Visagist, Unternehmer – und ein very charming Gesprächspartner, wie ich beim Interview feststellen durfte, das er mir gab zur Lancierung seiner neusten Make-up-Kollektion (alle Détails dazu kannst Du hier nochmals nachlsen).

 

Francois Nars, Sie haben unzählige Stilikonen und Supermodels geschminkt, da wissen Sie sicher, wie man als Frau seinen persönlichen Stil finden kann?
Oh ja, und ob: Experimentieren Sie mit Make-up, es ist ein grandioses Accessoire. Und wenn sie das Resultat nicht mögen, dann schminken Sie sich ab und versuchen etwas anderes. Make-up ist keine Verpflichtung, sondern ein Spiel!

 

Sie träumten schon früh von einer Laufbahn in der Mode- oder Beautybranche. Was sagten Ihre Eltern dazu?
Nun ja, die Überraschung hielt sich in Grenzen, zumal ich ja bereits als Teenager immer wieder meine Mutter schminkte.

 

Können Sie sich noch an das erste Make-up-Produkt erinnern, mit demSie zu tun hatten?
Natürlich, ich erinnere mich sogar sehr gut daran. Das war der Gesichtspuder meiner Grossmutter. Ich liebte es, sie zu küssen, weil der Puder  ein schönes Gefühl hinterliess auf der Haut und extrem gut roch.

 

Ihre Karriere in der Kosmetikbranche begann mit der Entwicklung einer Lippenstiftkollektion. Woher wussten Sie, wie das geht?
Nach über 20 Jahren in diesem Business war ich vertraut mit den Stärken und Schwächen aller Make-up-Brands. Entsprechend einfach war es, eine eigene Linie zu machen: Ich nahm mir einfach die besten Produkte – und machte es noch besser (lacht).

 

Die Nars-Produkte haben alle, sagen wir mal: einprägsame Namen wie etwa «Orgasm», «Striptease» oder «Sex Machine». Steht da eine bestimmte Taktik dahinter?
Ganz am Anfang stand ich vor der Entscheidung: Entweder tragen meine Produkte einzelne Nummern – oder  richtig gute Namen, die man nie mehr vergisst.

 

Offenbar haben Sie die richtige Wahl getroffen, Ihre Produkte haben Kultstatus. Und auch sonst sind Sie sehr erfolgreich, wie der Blick auf das stetig wachsenede Sortiment zeigt. Wo finden Sie Inspiration für Neuheiten?
Bei der aktuellen Make-up-Kollektion etwa waren es Guy Bourdins Fotografien aus den 60er-Jahren. Obwohl ich damals noch ein kleiner Junge war, haben mich seine Werbefotografien in der französischen Vogue unglaublich fasziniert. Man kann sagen, dass es Bourdins Bildern waren, die mich dazu bewogen, Make-up-Artist zu werden.

 

Wo finden Sie sonst noch Inspiration?
Irgendwie überall, sei es auf Reisen, im Museum, im Kino und vor allem natürlich auf meiner Insel, wo es die schönsten Blautöne gibt, das sollten sie mal sehen. Grundsätzlich bin ich ständig auf der Suche nach Schönheit, das ist mein Antrieb.
Wie meinen Sie das?
Sehen Sie, es auf dieser Welt gibt es so viel Hässliches, mit dem wir täglich konfrontiert werden. Dagegen versuche ich etwas Schönes entgegenzusetzen

… indem Sie Schönheit zu Ihrem Beruf machten, alles klar.  Was konkret verstehen Sie unter Schönheit?
Schönheit ist ein abstarkter Begriff, über den man hunderte von Büchern  schreiben könnte. Für mich persönlich ist ein Mensch schön, der Charakter hat, eine Persönlichkeit. Jemand, der Stärke ausstrahlt und anders ist, Hauptsache nicht perfekt.

 

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