Pläuderele mit Promi-Schönheitsärztin Barbara Sturm

Von Katrin Roth, 16. June 2016

 

Sie hat den Scheich von Dubai behandelt, Schauspieler Nick Nolte wieder fit gemacht und zählt Cher zu ihren engsten Freunden: Schon bei der Recherche zum Beauty-Date mit Barbara Sturm wurde mir klar, dass ich einen besonderen Menschen treffen würde.

Eine Frau, von der all meine Journalisten-Kollegen schwärmen. Weil sie so bodenständig sei. Authentisch. Bescheiden. Obwohl die Tochter eines Architekten und einer Biochemikerin mächtig angeben könnte.

Mit ihren berühmten Freunden etwa – in erster Ehe war sie verheiratet mit Hollywood-Star George Hamilton –, von denen die zierliche Blondine genau so begeistert erzählt wie von ihrem Praxisteam, ihren Töchtern und ihrem Mann, weil sie da keinen Unterschied sieht («Wieso auch? Es sind doch alle gleich!»).

Wichtig machen könnte Sie sich auch mit ihrer beruflichen Laufbahn, die sich liest wie die Anleitung aus einem Karriere-Ratgeber: Das doppelte Studium in Medizin plus Sport schliesst sie in Rekordzeit ab mir der Promotion über «Schäden am Bewegungsapparat bei Profi-Skiläufern», um wenig später im Team von Professor Wehling – eine Koryphäe auf dem Gebiet der Orthopädie und Neurochirurgie – als Spezialistin für Orthopädiebehandlungen rund um den Globus zu jetten und dabei Patienten auf der ganzen Welt zu versorgen.

Daneben, so als eine Art Hobby, entwickelt die junge Ärztin aufgrund ihrer Erfahrungen in der Arthroseforschung ein neues Mittel zur Faltenunterspritzung mit körpereigenen Proteinen. Aus wissenschaftlichem, aber auch aus persönlichem Interesse, denn mit rund 30 Jahren wird sie erstmals mit den optischen Auswirkungen des Hautalterungsprozesses konfrontiert.

Später kommt noch die Kosmetik-Linie dazu, mehr aus der Not, weil sich einfach keine passende Pflege findet für die Unreinheiten, mit denen sie sich plötzlich herumschlagen muss, quasi über Nacht. «Ich hatte nie Probleme zuvor, es war verrückt!». Inspiriert vom Prinzip der Eigenblut-Therapie, konzipiert Barbara Sturm ihre eigene Beauty-Kollektion Molecular Cosmetics, die auf Zellebene wirkt und im Wesentlichen aus Hautcrème, Reinigung, Peeling sowie Hyaluronsäure-Ampullen zur Intensivpflege besteht.

Weil sie lieber auf Qualität als auf Quantität setzt, kommen in den Rezepturen der Produkte nur wenige, aber hochwertige Inhaltsstoffe vor, auch wenn das seinen Preis hat: Ganz offenbar ein Erfolgsrezept, wie der Blick auf die grosse Fangemeinschaft von Molecular Cosmetics zeigt, zu denen unter anderem Rosie Huntington («this cream is divine») sowie John Cusack und Kimberly Steward gehören, die ganz öffentlich davon schwärmen. Lovely Barbara selbst, das nur am Rande, lässt die Lobeshymnen ihrer berühmten Kundschaft in der Regel unkommentiert, weil: «Ich freue mich über jedes Lob, egal von wem es kommt».

Dass sich mittlerweile auch eine Augencrème sowie ein Serum im Sortiment von Molecular Cosmetics finden, sei ein Zugeständnis an die Wünsche der Patienten, wie sie mehrfach betont. «Sofern die Produkte gut sind, braucht die nicht viele davon, auch wenn uns die Werbung immer etwas anderes suggeriert». Sie selbst benutze bis Mitte 20 nur Sonnencrème im Sommer «und auch jetzt halte ich meine Beauty-Routine so unkompliziert wie möglich», sagt der bekennende Pflege-Muffel.

 


Total fasziniert von ihrem neuen Tätigkeitsfeld eröffnet Barbara Sturm im Jahre 2006 ihre eigene Praxis in Düsseldorf, wo sie sich rasch einen Namen macht als Anti-Aging Spezialistin, die mit messerlosen Korrekturen besonders natürlichen Resultate erzielt. Inzwischen gibt es auch eine Filiale in München, dazu kommen Partnerschaften mit verschiedenen Hotels wie etwa dem Stanglwirt im Tirol , wo sie regelmässig vor Ort ihre Behandlungen durchführt – immer nach dem gleichen Motto: «Meine Patienten sollen frischer aussehen nach einer Behandlung, ohne dabei ihre Persönlichkeit zu verlieren. Denn was für mich wirklich zählt bei einem Menschen ist die Ausstrahlung und die kommt von innen».

Entsprechend kann es auch vorkommen, dass sie gewisse Wünsche ablehnt. «Meine Praxis funktioniert nicht nach dem Prinzip eines Selbstbedienungsladens, denn ich habe ganz klare ästhetische Vorstellungen». Die meisten Patientinnen und Patienten – rund 15 Prozent von ihnen sind Männer, Tendenz steigend – allerdings verlangen nicht nach einer krassen Veränderung, sondern bitten ganz bewusst um eine sanfte Optimierung per Faltenunterspritzung. So, wie es die 42-jährige gelegentlich auch bei sich selbst vornimmt und damit, finde ich jedenfalls, extrem gute Überzeugungsarbeit leistet.

Noch mehr beeindruckt als ihre natürliche Erscheinung hat mich bei unserem Gespräch im Hotel Stanglwirt aber die Persönlichkeit von Barbara Sturm, die meine Erwartungen in vieler Hinsicht übertraf: Durch ihre unverblümten Antworten («Wer einen Eingriff in Erwägung zieht, sollte sich bei der Wahl des Arztes genügend Zeit nehmen, denn ein weisser Kittel allein heisst noch gar nichts»), ihre unkomplizierte Art («Ein Foto? Wenn es Dich nicht stört, dass ich ungeschminkt bin, können wir das gerne machen. Wo soll ich mich hinstellen?»), ihre Erziehungsprinzipien («Meine Kinder sollen lernen, dass geben viel schöner ist als nehmen») sowie ihre einzigartige Herzlichkeit, die mich schlicht umgehauen hat.

 

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